Start mit großer Euphorie
Wie das Young Neighbours Meeting im Jahr 2000 zu seinem Namen kam
Am Anfang stand die Idee. Daraus ist inzwischen Europas größtes Jugendturnier vor den Toren Berlins im Dressur- und Springsport geworden. Dr. Peter Danckert, der einst die German Friendship in Herford besucht hatte und davon sehr begeistert war, setzte sich an einem Sommerabend des Jahres 1999 mit Anja Semmele und Peter Fröhlich vom Landesverband zusammen und meinte, „dass man so etwas Ähnliches doch auch in Neubeeren auf die Beine stellen könne, sozusagen als Fortführung des Ludger-Beerbaum-Cups.“ Allerdings mit internationaler Beteiligung.
Also machte sich das Terzett daran, zunächst einen einprägsamern Namen für das zu finden, was man vorhatte. Schließlich einigten sich die Drei auf Danckerts Vorschlag vom Young Neighbours Meeting, womit unterstrichen werden sollte, dass es sich hierbei um eine Begegnung junger, reitsport-interessierter Menschen aus unterschiedlichen Nationen handelte, die möglichst aus der Nachbarschaft zu Deutschland stammen sollten, als aus Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, den Niederlanden und Dänemark
„Natürlich hatten wir eine gewisse Turniererfahrung“, erinnert sich Peter Fröhlich, „aber nun mussten wir erst einmal abchecken, was alles international verlangt wird. Das fing damit an, dass wir die FEI benachrichtigen und nachfragten mussten, was bei solchen Veranstaltungen in punkto Ausschreibungen zu berücksichtigen sei. Ferner galt es, Kontakt zu den einzelnen Landesverbänden aufzunehmen, uns um internationale Richter sowie einen Steward zu kümmern, den wir bislang nicht brauchten.“
Das war jedoch nur die eine Seite der Medaille, denn es mussten vor Ort die entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden. Das fing mit einem abgeschlossenen, vom Wachschutz kontrollierten Stalltrakt an, in den nur Reiter und Besitzer durften, und endete mit der Bereitstellung von Sanitäranlagen, Waschmöglichkeiten sowie Versorgungskapazitäten für Offizielle, aber auch die vielen Helfer, die gebraucht wurden. Selbstredend galt es, den Dressur- und Springplatz in einen Topzustand zu bringen.
„Das Allerwichtigste war jedoch, entsprechende Sponsoren zu finden, ohne die solch ein Turnier hätte überhaupt nicht stattfinden können“, sagt Danckert und erwähnte in diesem Zusammenhang lobend Dr. Reinhardt Töpel von der Reico-Spedition und Hubert Böhmann, Geschäftsführer der Gläsernen Molkerei, die beim ersten Mal kräftig in die Tasche griffen. Aber er freute sich auch darüber, dass von Anfang an von höchster politischer Stelle die Schirmherrschaft übernommen wurde, fünfmal war das durch den Bundeskanzler Gerhard Schröder der Fall und danach fünfmal durch seine Nachfolgerin Angela Merkel.
Erstaunlicher Weise kein Problem bedeutete es, Leute für den organisatorischen Teil zu finden, sie zu motivieren und zum Mitmachen zu überzeugen. Die meisten, die dafür sogar ihren Urlaub nahmen, kamen aus den eigenen Reihen, vor allem auch jene, die auf dem Hof in Neubeeren standen. Es wurden nämlich nicht nur zuverlässige Menschen zum Schutz des Stallbereichs benötigt, die Tag und Nacht anwesend waren, sondern auch eine komplette Parcoursmannschaft, die sich erfreulicher Weise aus der Freiwilligen Feuerwehr in Lichtenrade rekrutierte, ein eigenes Küchen-Team, das die Verpflegung der vielen Helfer, aber auch Richter garantierte.
Sponsoren und Ehrengäste mussten angeschrieben, für eine entsprechende Dekoration und Flaggenschmuck, außerdem für Stallplaketten, Schleifen und Paradedecken gesorgt und ein Rahmenprogramm erarbeitet werden. Von Anfang an war es den Veranstaltern wichtig, den Kontakt zu den umliegenden Schulen, besonders Großbeeren, herzustellen. Und nicht zuletzt musste das Sporthaus Verden, das sich zu einem wertvollen Partner entpuppte, mit seinem know how ins Boot gezogen werden, um einen Großteil der technischen Dinge abzudecken, die Meldestelle zu bestücken und Tribünen zu errichten.
Alles in allem herrschte eine tolle Aufbruchstimmung und unvorstellbare Euphorie, so Fröhlich, etwas Neues anzupacken, das sich bis zum jetzigen Zeitpunkt bewährt hat. Vom 2. bis 4. Juli bei der zehnten Auflage des Young Neighbours Meeting in Neubeeren kann sich jeder davon überzeugen.