Young Neighbours Meeting Neubeeren

Das Turnier im Zeitraffer

2000. Zur Premiere, die vom 30. Juni bis 2. Juli stattfand, schickte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Grußwort, in dem er sich über die Initiative der Organisatoren freute, junge Aktive mit ihren Pferden aus allen Teilen Europas einzuladen. Wörtlich schrieb er: „So erfüllt der Sport auch im Zeichen offener Grenzen noch immer eine wichtige Aufgabe, Förderer und Mittler zwischen den Nationen zu sein.“ Einer der prominentesten Besucher der Veranstaltung war der Bundespräsident Johannes Rau, der mit seiner Gattin erschien. Erster Sieger in dem stets populären Mannschaftsspringen wurde Schweden, während die Einzelkonkurrenz Alexander Tahedl (Bad Wörrishofen) in Bundeswehruniform auf Pablo gewann. Beste in der Dressur war die Deutsche Meisterin Nadine Maiwurm (Hemer-Edelburg) auf Rocher. Insgesamt 80 Reiter aus sieben Nationen kamen zum Auftakt.

> weitere Informationen: Wie das Young Neighbours Meeting im Jahr 2000 zu seinem Namen kam

2001. Der Veranstalter war gezwungen, folgenden Brief an die Verbände zu senden: „Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Meeting nach Rücksprache mit dem Amtveterinär wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche leider ausfällt.“

2002. Es waren die jungen Damen, die dem viertägigen Geschehen in Neubeeren den Stempel aufdrückten. Die gerade 14 Jahre alt gewordene Springreiterin Denise Sulz vom baden-württembergischen RC Aischbach gewann überraschend auf ihrem Holsteiner Wallach Charmant den Großen Preis. Ein besonderes Kunststück vollbrachte in der Dressur die holländische Studentin Joyce Heuitink, die auf Berkel Dancer nicht nur beide Qualifikationen der Isabell-Werth-Trophy für sich entschied, sondern auch das Finale, eine St. Georg-Kür mit Musik.

2003, Mit der dritten Austragung ist der Turniergemeinschaft Neubeeren endgültig der große Durchbruch gelungen. Alle waren sich darüber einig, dass diese Veranstaltung, die vor 2500 Zuschauern stattfand, ihren festen Platz im internationalen Terminkalender gefunden haben sollte. Jessica Werndl, eine 17-jährige Oberschülerin aus Aubenhausen bei Rosenheim, kam mit Bonito zu einem dreifachen Erfolg. Der zwei Jahre jüngere Philipp Schober aus Rothenburg/Neiße war der strahlende Sieger im Parcours und gewann nach Stechen den Großen Preis.

2004. Alles, was in Deutschland Rang und Namen hat, trat in der Dressur an. Schließlich galt dieses Meeting als letzte und entscheidende Sichtung für die Europameisterschaften in Aarhus. Erneut imponierte Jessica Werndl, die mit Bonito und Duchess in den beiden S-Prüfungen, dem St. Georges sowie der Kür mit Musik, zu einem eindrucksvollen Doppelerfolg bei den Jungen Reitern kam, Das Finale der Großen Tour im Springen endete mit einem polnischen Triumph durch Karolina Olesinska auf Latino und Sylwia Banas auf Liberator.

2005. Im Vorfeld gab es einige Dissonanzen mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, die fast zu einer Absage geführt hätten, aber letztendlich gütlich beigelegt werden konnten. Der gerade ins Amt gewählte Verbandspräsident Breido Graf zu Rantzau versprach Besserung, zumal er sich vom Flair und der Güte der Veranstaltung an Ort überzeugen konnte. Übrigens hatte die Gesamtschule Großbeeren mit allen Klassen einen Tagesausflug zum Turnier unternommen. Dreifach-Siegerin in der Dressur wurde Eva-Maria Sprehe aus Dinklage, während im wichtigsten Springen der Pole Dawid Kubiak alle überraschte.

2006. Wieder ein Erfolg unserer östlichen Nachbarn im Parcours, und zwar gleich ein dreifacher Hinsicht. Aleksandra Musial auf Wento Carbo Asecura war die Schnellste im Großen Preis vor ihren beiden Teamgefährten Jacek Mierzwinski auf Argentinus und Aleksandra Wardzala. Qualitativ stärker besetzt als die Springen waren die Dressurwettbewerbe. Als überragender Reiter präsentierte sich der erst 17-jährige Junior Tom Berg (Damme), der beide Wertungen der Isabell-Werth-Trophy (CDIOJ-Tour) zu seinen Gunsten entschied.

2007. Ein Bundesaußenminister (Frank Walter Steinmeier), eine Ruder-Olympiasiegerin (Meike Evers) und ein bemerkenswerter S-Sieg eines Reiter aus der Berlin-brandenburgischen Region (Heiner Ortmann) gaben der Veranstaltung das Gepräge, das als eines der besten, aber auch problematischsten in die Turniergeschichte einging. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend standen nach einem gewaltigen Gewitterguss mehrere Wiesen, wo die Pferde in Zelten untergebracht waren, knöchelhoch unter Wasser, sodass die Feuerwehr aus dem benachbarten Großbeeren gegen zwei Uhr zum Abpumpen zu Hilfe gerufen werden musste, um Schlimmeres zu vermeiden.

2008. Die Höhepunkte waren die beiden Finals auf dem großen Springplatz, der durch einen neuen, schmucken Richterturm viel an Attraktivität gewonnen hat. In der Kleinen Tour siegte die Berlinerin Kim Gelewsky) auf London Olympics und in der Großen Tour Ronja Bergmann von der Insel Poel auf Candy Girl. Leider fanden die Wettbewerbe im Parcours ohne ausländische Konkurrenz statt. Im Dressurviereck imponierte der erst 13-jährige Sönke Rothenberger, der für einen dreifachen Erfolg mit seiner Stute Wolke Sieben sorgte. Als Highlights des Geschehens muss die Mittsommernacht eingestuft werden, wo eine Kür mit Musik die Zuschauer begeisterte.

2009. Beste bei der neu eingeführten Children-Tour, die als letzte Sichtung für die Teilnahme einer deutschen Equipe an der Europameisterschaft der zwölf- bis 14-jährigen Talente auf Großpferden im belgischen Moorsele galt, war die Berlinerin. Jessica Freye von der RSG Alt-Lübars, die im Stechen auf Skatman starke Nerven bewies. Auch die Dressurreiter testeten für die EM. Hier entschied Thea Felicitas Müller aus Wuppertal beide Prüfungen in der Klasse S für sich. War der Sieg schon eine großartige Leistung, so gewann er noch mehr an Wert, weil ihr Wallach Highway seit zwei Jahren auf beiden Augen blind ist.
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2010. Mit einem neuen Konzept wird das Jubiläumsturnier angegangen, wobei es eine gute Idee ist, das Teilnehmeralter auf 25 Jahre herauf zu setzten, was sicherlich zu einer größeren Starterzahl und einem höheren Niveau führt.